Startseite · Artikel · Diskussionsforum · WebLinks · News Kategorien · Impressum/AGB Dezember 17 2018 20:47:39
Navigation
Startseite
Fotogalerie
Kontakt
News Kategorien
WebLinks
Diskussionsforum
Artikel
Download
Impressum/AGB
Datenschutz
FAQ
countdown
Bis Weihnachten 2014
Endzeit
Benutzer Online
Gäste Online: 1
Keine Mitglieder Online

Registrierte Mitglieder: 11
Unaktivierte Mitglieder: 0
Neustes Mitglied: DDM Frank
Google Anzeigen
Banner
Leiharbeit: Killer für Arbeit und soziale Gerechtigkeit?
News

Weiter heisst es lt. Focus: "...In einem Verhandlungs-Marathon bis tief in die Nacht beschlossen die Arbeitsminister der 27 EU-Staaten am frühen Dienstagmorgen im siebten Anlauf die bis zuletzt umstrittenen Richtlinien zur Arbeitszeit und Zeitarbeit. Zeitarbeiter sollen weitgehend mit Festangestellten rechtlich gleichgestellt werden, während die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden festgelegt wurde, dennoch aber Ausnahmen bis zu 65 Stunden möglich sind."

Klingt zunächst erst einmal gut, ABER man beachte den letzten Satz! -AUSNAHMEN- Ausnahmen gibt es heute doch überall, selbst im "normalen" Job. Was brachte die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten? Mehr Jobs? Mag sein - geringfügig sicher, aber Überwiegend sieht es ganz anders aus. Überstunden sind an der Tagesordnung - mit etwas Glück, sogar gegen Bezahlung. Meist, wie z.b in Baumärkten, da bleiben Mitarbeiter teilweise über Stunden in der Verkaufsabteilung alleine, wo sonst 2 Mitarbeiter waren, nur damit nicht zusätzliches Personal eingestellt werden muss, oder es werden zwei 400 Euro-Jobber für eine Halbtagskraft eingestellt. Das heisst für die Angestellten, Überstunden bei schönem Wetter (z.B. Saisongeschäft), abfeiern bei miesem Wetter. Hinzu kommen Drohungen - "... wenn ihr die Arbeit in der Zeit nicht schafft.... u.sw.).

Bei einer Veranstaltung in Alsfeld Anfang Oktober wies Berthold Huber, stellv. IG-Metall Bundesvorsitzender auf ein brennendes Problem gegenwärtiger Beschäftigungsentwicklung hin. Die konjunkturelle wirtschaftliche Entspannung hat auf dem Arbeitsmarkt zu einer enormen  Ausweitung von Minijobs und niedrigst entlohnter Beschäftigungen geführt und die Leiharbeit als normale Form der Arbeitsverhältnisse nimmt ebenfalls dramatisch zu.

„Die Fehlentwicklung bestehe darin, dass diese Art von Beschäftigungsverhältnissen nicht mehr nur Produktionsspitzen abfange, sondern „dass sich Leiharbeit immer weiter in das Normalarbeitsverhältnis hineinfrisst“, so Huber in Alsfeld. Keine andere Branche boomt in Deutschland so wie die Leiharbeit. Rund die Hälfte aller neuen Stellen, die im vergangenen Jahr geschaffen wurden, entstanden dort. Gut zwei Drittel davon gingen an Menschen, die vorher keine Arbeitsstelle hatten. Jeder achte Vollzeit-Leiharbeiter braucht wegen der niedrigen Entlohnung noch Unterstützung durch Hartz IV, so der Kreistagsabgeordnete der Linken.

Die Vergütung für Leiharbeiter liegt 30 bis 40 Prozent unter den Tariflöhnen was die Belegschaften in Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse teilt. Etwa die Hälfte der Unternehmen mit Leiharbeitnehmern ersetzen mithilfe dieses Instruments ihre regulär Beschäftigten. Schützenhilfe erhalten die Leiharbeitsfirmen bei ihrem Geschäft von der Bundesagentur für Arbeit und den Stellen, die die Langzeitarbeitslosen SGB II-Bezieher wieder in den Arbeitsmarkt integrieren sollen.
Der DGB kritisiert die Bundesagentur zu Recht, so Riese, weil sie durch ihre Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen arbeitslose Menschen immer mehr dazu treibe, auch die unwürdigsten Arbeitsbedingungen anzunehmen. Offenbar macht sich der Grundsatz breit, besser überhaupt Arbeit, egal zu welchen Arbeitsbedingungen und zu welcher Entlohnung.

Die Vogelsberger Kommunale Vermittlungsagentur, veranstaltete Ende September eine Lobby Veranstaltung mit 11 Zeitarbeitsfirmen und verpflichtete 600 Langzeitarbeitslose zur Teilnahme. „Der Grundsatz Fördern und Fordern werde mit der Zeitarbeitsbörse erneut mit Leben erfüllt.“ lautet die Umschreibung für diese Zwangsmaßnahme.

Leserkommentare: -Meinungen-

Kommentar 1 zum Thema Überstunden: Immer wenn ich die Diskussionen über eine Erhöhung der tariflichen Arbeitszeiten höre, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Die Realität in vielen Betrieben ist, dass die tarifliche Arbeitszeit nur noch auf dem Papier steht. Tatsächlich ist unbezahlte Mehrarbeit längst die Regel. Beispiel: Tarifliche Wochenarbeitszeit 39 Std. , tatsächliche Arbeitszeit 57 Stunden. Wie das geht? Nun, durch angeblich wertneutrale Funktionsanalysen von Arbeitsplätzen, die zur Herausdrückung von Arbeitskollegen führt, zur Verteilung der Arbeit auf die verbliebenen Mitarbeiter, keiner Urlaubsvertretung mehr. Im Ergebnis bleibt dem Arbeitsplatzinhaber nur die Wahl zu kündigen oder sich eben der Herausforderung zu stellen und freiwillig länger zu arbeiten, um sein gewachsenes Arbeitspensum zu schaffen.

Kommentar 2: Ende 2007 habe ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben : 45-Wochen-Stunden, 24 Tage Jahresurlaub, Befristung bis Mitte 2008, jeden 2. Samstag min. 5 Arbeitsstunden. Heute zeigt meine Januar-Stempeluhr schon über 200 Std - ich sitze an diesem Wochenende daheim und arbeite (stempeluhrfrei) Dinge der vergangenen Woche auf. Der zu meinem Arbeitsplatz gehörende 2. Arbeitsplatz ist seit Anfang Januar nicht besetzt. Ab Februar wird er mit 75% besetzt. Die 2 Vorgänger dieser 2 Stellen lieferten im Vorjahr durchschnittlich 400 bis 450 Monatsstunden ab. Die Vergütung ab 2008 beträgt 75 % der Vergütung von 2007. Der Auftraggeber des Arbeitgebers ist ein kommunale Einrichtung. Guten Tag Deutschland.

Noch ein interessanter Link zum Thema Zeitarbeit: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,485955,00.html

Kommentare
Es wurden keine Kommentare geschrieben.
Kommentar schreiben
Bitte einloggen, um einen Kommentar zu schreiben.
Bewertung
Die Bewertung ist nur für Mitglieder verfügbar.

Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich, um abzustimmen.

Keine Bewertung eingesandt.
Wir werden...
ausgewählt von bunte-suche.de
Newsletter
Nur für Mitglieder
Forum Themen
Neuste Themen
Für dieses Panel ist kein Inhalt definiert.
Heißeste Themen
Für dieses Panel ist kein Inhalt definiert.
Login
Username

Passwort



Passwort vergessen?
Fordere Hier ein neues an